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Mitgliederbefragung zur Zukunft des DAGG

Auf dieser Seite finden Sie die Ergebnisse zur Mitgliederbefragung aus dem Sommer 2008, in der alle Mitglieder des DAGG zu ihrem Engagement im Verband und seinen Sektionen, zu den Aktivitäten des DAGG und den gewünschten Aufgaben befragt wurden.

Ebenso wurde zur "Zeitschrift für Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik", seit 2002 Verbandszeitschrift des DAGG, Stellung bezogen. Hier interessierten vor allem die weitere Zustimmung zu dieser Kooperation und Wünsche nach einer Veränderung der Zeitschrift. Die Ergebnisse finden Sie weiter unten auf der Seite.

Download der qualitativen Auswertung der Mitgliederbefragung

Download der Auswertung der Befragung zur Zeitschrift


  Mitgliederbefragung des DAGG 2008

Auswertung der Mitgliederbefragung DAGG 2008

Inzwischen wurde die Mitgliederbefragung des DAGG ausgewertet.
Von 1006 Mitgliedern haben 333 an der postalisch durchgeführten Befragung teilgenommen.

Abb. 1: Sektionszugehörigkeit der Befragungsteilnehmer

Die wichtigsten Ergebnisse auch im Hinblick auf die Zukunft des DAGG sind:

• Arbeitsfelder der Mitglieder
Die beruflichen Felder der Mitglieder sind breit gestreut und quer über alle Sektionen vertreten. Die klassische Aufteilung in klinische und nicht-klinische Sektionen ist auf diesem Hintergrund nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Von den Antwortenden geben deutlich mehr als die Hälfte an, dass sie Gruppentherapie durchführen. Mehr als 75% arbeiten supervisorisch, 60 % sind in der Weiterbildung tätig (Mehrfachnennungen).
Die Nennungen erfolgen über alle Sektionen hinweg. Therapie, Supervision, Beratung und Bildung sind damit als wichtige sektionsübergreifende Arbeitsfelder zu betrachten.


Abb. 2: Genannte Arbeitsfelder der Mitglieder (Mehrfachnennung möglich)

• Intersektionelle Vernetzung
Es gibt ein hohes Interesse an der Vielfalt der methodischen Ansätze im DAGG und dem Austausch der Verfahren. Der Wunsch nach Vernetzung wird vor allem durch die Sektionen Analytische Gruppentherapie, Gruppendynamik und Klinik und Praxis ausgedrückt. Vor allem AG- und KuP-Mitglieder geben an, die Tagungen anderer Sektionen besucht zu haben.

Abb. 3: Sektionen, mit denen Vernetzung gewünscht wird (Absolute Zahl der Nennungen,
Mehrfachnennung möglich)

Hier scheint sich das Idealbild des DAGG zu spiegeln, denn dies steht im Gegensatz zu der Tatsache, dass die Tagungen anderer Sektionen insgesamt nur wenig besucht werden. Die Gründe für die Entscheidung, nicht an Tagungen anderer Sektionen teilzunehmen sind: Terminüberschneidungen, zu viele Tagungen, Nicht-Angesprochen-Fühlen.
Insgesamt wird das intersektionelle Klima im DAGG als deutlich angespannt und konkurrierend eingeschätzt: die Antwortenden erleben dies zu 2/3.
Dagegen wird das intrasektionelle Klima zu ca. 80% als positiv erlebt.
Dieser Unterschied ist gravierend und wird - auch auf der intersektionellen Tagung im Mai - genauer zu untersuchen sein. Auch der Widerspruch zwischen Vernetzungswünschen und dem realen Vernetzungsverhalten ist auffällig. Wenn Zeitmangel die entscheidende Komponente ist, wären durch intersektionelle Arbeitsstrukturen zu bestimmten Inhalten wie "Gruppe im Gesundheitswesen", "Gruppenkontexte in der Beratung", "Gruppe in Sozialisation und Bildung" oder "Gruppe und ihre theoretischen Grundlegungen" die Kräfte zu bündeln und zugleich der methodische Austausch zu leisten.

• Anregung durch DAGG-Gesamtverband
Ca. 55 % der Antwortenden bestätigen, dass sie Anregungen durch den DAGG erhalten. 60-80 % der Mitglieder von der Sektionen Analytische Gruppenpsychotherapie und Klinik und Praxis sind zufrieden; Psychodrama und Gruppendynamik sind mit 60 % eher unzufrieden.


Abb. 4: "Hat Ihre Arbeit durch den DAGG-Gesamtverband Anregungen erfahren?"

Die Beteiligung am DAGG wird vor allem durch den Besuch der Kongresse und dem Lesen der Zeitschrift gezeigt. 30 % der Antwortenden geben allerdings an, nur in der eigenen Sektion aktiv zu sein.

Abb. 5: Art der Beteiligung am DAGG (Mehrfachnennungen möglich)


Abb. 6: "Was ist mir am DAGG wichtig?"

• DAGG in der Öffentlichkeit: von 90 % wird angenommen, dass der DAGG vor allem in der Fachöffentlichkeit bekannt ist, immerhin 60 % nehmen an, dass der DAGG eine aktive bzw. gute Öffentlichkeitsarbeit betreibt.

Die Vertretung des DAGG in die Öffentlichkeit hinein ist in den letzten Jahren durch die Pressearbeit und neugestaltete Internetpräsenz betrieben worden. Auch die Vertretung Dachorganisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Beratung und dem Verbändeforum Supervision hat dazu beigetragen, dass gruppale Themen präsenter sind. Es bleibt dies allerdings eine nachhaltig zu betreibende Aufgabe.

• Theoretische und methodische Schwerpunkte: Wie zu erwarten, sind die wichtigsten theoretischen Ausrichtungen Gruppenanalyse/Tiefenpsychologie, Psychodrama und Gruppendynamik. Andere Orientierungen verteilen sich breit und sind marginal.
Die Schwerpunkte der methodischen Orientierung entsprechen der theoretischen Orientierung.

• Erfordernisse für die Zukunft
Als Erfordernisse werden benannt: Die Notwendigkeit der Balance von Eigenständigkeit und Integration der Verfahren, die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit und einer starken Vertretung nach außen und die Sicherung der Qualität der Ausbildung und Berufsausübung.

Wünsche, Ideen, Verbesserungsvorschläge zum DAGG und seiner Zukunft

Von 104 Teilnehmern (31,2%) lagen teilweise ausführliche Kommentare zu dieser abschließenden, offen gestellten Frage vor. Diese wurden in 127 einzelne qualitative Statements aufgeteilt.Die Prozentangaben beziehen sich auf diese 127 Statements. Die Auswertung erfolgte unter Bezug auf Methoden aus dem Bereich der qualitativen Sozialforschung.

Gesamt-
DAGG
erhalten?
Mehr / optimierte Öffentlichkeits-
arbeit
Strukturelle Revisionen Gemeinsame Aktivitäten (Kongresse, Tagungen, Arbeitskreise) fest verankern Qualitätssicherung / Ausbildung stärken Sonstige
127 Statements 53 (41,7%) Statements zu dieser Frage 23 (18,1%) Statements zu dieser Frage 15 (11,8%) Statements zu dieser Frage 10 (7,9%) Statements zu dieser Frage 5 (3,9%) Statements zu dieser Frage
21 (16,5%) Statements zu dieser Frage

Tabelle 1: Angaben der Mitglieder zur Zukunft des DAGG

Spontan am häufigsten getroffen (41,7%, Tabelle 1) wurde eine Äußerung zum Erhalt des DAGG. Eine klare Mehrheit (94,3%) war dafür, dass der DAGG als Gesamtverband erhalten werden soll.
Ein nennenswerter Teil der Mitglieder sprach sich für eine verbesserte Außendarstellung des DAGG dar (mehr/optimierte Öffentlichkeitsarbeit). Hier wurde auch der Wunsch nach einer Fokussierung auf die berufspolitische Interessensvertretung genannt.

11,8 % der Nennungen betreffen mehr oder weniger präzise Vorschläge zu strukturellen Revisionen. Am häufigsten wurde mehr Autonomie für die Sektionen als erstrebenswert bezeichnet, auch in finanzieller Hinsicht. Weitere Argumente waren, den DAGG als Service-Dienstleister (Verwaltung; Kongress) auszurichten,
einen Kongress pro Jahr zu organisieren und die Sektionstagung(en) zu integrieren und die Vernetzung mit Ausbildungsinstituten zu fördern.

7,9% der Aussagen drückten den Wunsch nach fest verankerten gemeinsamen Aktivitäten vor, ein weiterer homogen angesprochener Punkt betonte die Wichtigkeit des DAGG für Qualitätssicherung (Schaffung und Kontrolle von Standards) und Ausbildung in Gruppenverfahren.

Nicht in Kategorien zuordnen ließen sich weitere 21 Argumente. Konkrete Vorschläge bezogen sich auf folgende Sachverhalte:

  • die Betonung fachlicher Aspekte von Gruppenarbeit
  • Pflichtabo der Zeitschrift abschaffen; Erhalt der Fachzeitschrift "Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik" als Fachzeitschrift der Sektion AG; wieder gemeinsame Zeitschrift der DAGG mit von den Sektionen verantworteten Sonderheften (vll. 6 Ausgaben pro Jahr)
  • Reduktion der Mitgliedsbeiträge
  • Gesamttagung des DAGG alle 2-3 Jahre
  • Unterstützung hinsichtich der Praxis niedergelassener Psychotherapeuten / Gruppenpsychotherapeuten (Hilfe bei Gutachtberichten etc)
  • mehr Großgruppen-Selbsterfahrung
  • Kooperation mit ärztlichen und psychologischen Fachgesellschaften (z.B. DGPM/DKPM);
  • mehr Zusammenarbeit mit Berufsverbänden (z.B. BAG) und der Deutschen Balintgesellschaft
  • Zusammenarbeit mit den Kassenpsychotherapeuten Gruppe-Verband
  • Wunsch nach Stärkung einzelner Themenschwerpunkte


Weitere Freitextangaben

Die weitaus häufigsten Nennungen wurden bei den Fragen "Hat Ihre Arbeit durch die Sektion Anregung erfahren?" (128 Antworten) bzw. "Hat Ihre Arbeit durch den DAGG-Gesamtverband Anregung erfahren?" (119 Antworten).

Anregung seitens der Sektion erfuhren die Mitglieder häufig anhand fachspezifischer Themen oder Methoden. Hier wurde häufig die Möglichkeit geschätzt, sich mit Kollegen austauschen zu können und ergänzende Methoden im eigenen Feld zu vertiefen. Primär standen anwendungs- und methodenorientierter Austausch im Vordergrund.
Als Gelegenheiten für diese Prozesse wurden die Kongresse, Tagungen und Arbeitskreise angeführt. Häufig angesprochen wurde, dass dies einen kontinuierlichen Fort- und Weiterbildungsprozess in Gange hält. Nicht selten vermochten die Sektionen auch, den Mitgliedern berufspolitische Perspektiven zu vermitteln.

Bezüglich der Anregungen durch den Gesamtverband steht ebenfalls der Austausch mit Kollegen im Vordergrund, hier jedoch eben im intersektionellen Kontakt.
Die damit verbundenen methodischen Bereicherungen führen häufig über die im eigenen Gebiet erlebten Erfahrungen hinaus. Einige Mitglieder betonen die Rolle des Verbands, eine Perspektive herzustellen und den Blick "über den Tellerrand" zu ermöglichen.
Anlässe für diese Begegnungen sind wiederum häufig gemeinsame Tagungen und Kongresse, aber auch Angebote zur Weiterbildung.

Das Gesamtbild legt nahe, dass die Mitglieder sowohl in der Sektion, aber auch im Gesamtverband eine Vertiefung der eigenen Methodenkompetenz erfahren, ergänzt durch die Gelegenheit, neue Inhalte und Methoden kennen zu lernen. Dies vermag zu einer Stärkung der eigenen Identität im Beruf beizutragen.

Die Mitwirkung in Arbeitskreisen und Projektgruppen (33 Antworten) bezog sich auf die Arbeitsgemeinschaften der eigenen Sektion; Vorbereitung von Tagungen und Konferenzen, Erarbeitung eines Ausbildungscurriculums, oder der Vorbereitung der Zukunftskonferenz.

Vernetzungen mit anderen Sektionen

Ein durchgehender Tenor bei diesen Fragen war, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Methoden oder Konzepten zum Gegenstand dieser Vernetzung zu machen.
Generell wurde auch der Wunsch geäußert, zum Zwecke der Supervision und/oder Fort- und/oder Weiterbildung zu kooperieren.
Schließlich wurde stets der Wunsch thematisiert, mehr über die praktischen Erfahrungen mit benachbarten Methoden/Disziplinen zu lernen und dabei auf die prinzipielle Möglichkeit zur Kombination von Elementen, Konzepten und / oder Techniken zu achten.

Am häufigsten (55 Antworten) wurde in dieser Hinsicht eine Vernetzung mit der Sektion Analytische Gruppentherapie gewünscht, und zwar zu folgenden Themen:

  • Vermittlung allgemeiner und aktueller theoretischer Grundlagen, historisch und in Bezug auf aktuelle Trends
  • Anwendung in klin. Praxis/ambulante Gruppentherapie, zB bezüglich Gruppenregeln oder unterschiedlichen Zielgruppen (Kinder und Jugendliche, spezifische Störungen).
  • analytische Selbsterfahrung in Gruppen mit jungen Erwachsenen und Balint-Arbeit
  • Beratung, Coaching und Organisation auf psychoanalytischer Basis
  • Einzelne Vernetzungswünsche betrafen spezifische Themen: Großgruppe; Massenphänomene, Arbeit mit Senioren, Behandlung von Traumen, Haltung und Reflexion der Leitungsrolle, Mentalisierung, Supervision
  • Kombinierbarkeit der Ansätze in der Arbeit mit Gruppen mit GD, zB für Modelle v. Team- u. Organisationsentwicklung

Vernetzungs-Perspektiven mit Gruppendynamik (45 Nennungen) thematisierten die folgenden Bereiche:

  • Arbeit mit spezifischen Zielgruppen (Bildungs- und Sozialbereich, "aussichtslose" Patienten)
  • Geschätzt wird die Expertise der Gruppendynamik in den Bereichen Coaching; Supervision; Training, Teamberatung, Gruppenforschung und Gruppenprozesse oder Organisationsentwicklung, - Beratung und -Dynamik bis hin zu politischen Implikationen gruppendynamischer Prinzipien.
  • Interesse bestand an der Kombinierbarkeit der Ansätze mit den Verfahren anderer Sektionen
  • Schließlich interessierten auch hier die theoretischen Grundlagen und deren Weiterentwicklungen in Theorie und Praxis.

Ähnlich häufig (43 Nennungen) wurden Vernetzungen mit der Sektion Klinik und Praxis thematisiert:

  • aktuelle klinische Anwendungsbereiche der Gruppenpsychotherapie (ambulant, klinisch)
  • Arbeit mit speziellen Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, ältere Patienten, Migranten, strukturell gestörten Patienten, Trauma)
  • Förderung von Gruppen-Fortbildung für spezifische Zielgruppen (Lehrer, für Assistenzärzten und Psychologen in Gruppentherapie)
  • Spezifische Settings: Großgruppen; Indikationsgruppen, Gruppenkurzzeittherapien; mentalisierungsbasierte Therapie
  • Organisationsentwicklung und -beratung im klinischen Kontext
  • Forschungsperspektiven wie Effizienz Verkürzungen der Aufenthaltsdauer in Kliniken (Bedeutung für die Gruppe, wie aktiv soll der Th. sein?)

Die Sektion Psychodrama wurden mit folgenden Bereichen in Verbindung gebracht:

  • Wunsch nach besserer Kenntnis der spezifischen Methoden und deren Anwendbarkeit in Fortbildung
  • Kenntnis von Beratungskontexten; Verfahren; Beratung und Coaching von Einzelnen und Gruppen oder Großgruppen
  • Auf Interesse stießen spezifische Elemente des Methodenrepertoires, wie zB Integration von Rollenspiel, Theaterarbeit, Soziometrie oder der Herangehensweise und Perspektive

Eine Vernetzung mit Sozialtherapie wurde in den Bereichen "feldspezifische Gruppen aus diesem Bereich" (Elterntraining; Soziale Trainings) ebenso wie in der Fortbildung für Sozialtherapeuten selbst aufgeführt. Es besteht ein generelles Interesse an inhaltlichen und methodischen Entwicklungen in den sozialtherapeutischen Feldern.

Die Intendierte Dynamische Gruppentherapie wurde neben den ganz generell angesprochenen allgemeinen Berührungspunkten (s.o.) unter anderem bezüglich folgender spezifischer Bereiche / Elemente angesprochen:

  • Blockweise Arbeit, Co-Therapeutenarbeit
  • Integration verbaler und nonverbaler Kommunikation in der Gruppe


Wenn Tagungen einer anderen Sektion nicht besucht wurden, gab es neben den vorgegebenen Gründen (Terminüberschneidungen, zu viele Tagungen, kein Interesse, nicht angesprochen fühlen, keine Info) folgende Gründe:

  • Andere berufliche Schwerpunkte, Arbeitsüberlastung; Zeitmangel, hohe Kosten,
    Umstände der persönlichen Situation, Ruhestand.
  • Fehlende Informationen für "frische" Mitglieder; Nichtmitglieder kommen nicht leicht an die Informationen über die geplanten Kongresse

Angesichts dieser ausführlichen und konkreten Rückmeldung gab es - vielleicht verständlicherweise - wenig weitere Angaben zu den Themen "intersektionelles Verhältnis im DAGG", "Kooperationsklima innerhalb der Sektion" und "sonstiges - wichtig am DAGG".

(Auswertung der Freitextangaben unter Mitwirkung von metakontor - angewandte Sozialwissenschaften)

 

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  Ergebnisse der Befragung von DAGG-Mitgliedern zur Zeitschrift "Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik"

Die Zeitschrift "Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik" wurde im Jahr 1968 gegründet, um einen Ort der wissenschaftlichen und praktischen Auseinandersetzung mit gruppalen Themen zu schaffen.
Im Jahr 2000 - nach einer Mitgliederbefragung und einer Abstimmung auf der Mitgliederversammlung des DAGG in Berlin - wurde die Zeitschrift als Verbandszeitschrift eingeführt. Seitdem bekommt jedes DAGG-Mitglied die Zeitschrift als Teil des Mitgliederservices für einen um ca. 60% unter dem normalen Abonnementpreis liegenden Preis.

Seitdem die Zeitschrift als verpflichtendes Organ eingeführt wurde, gibt es aber auch immer wieder Auseinandersetzungen über die Inhalte, die Sinnhaftigkeit des Abonnements als Verpflichtung, über das Verfahren der Auswahl der Artikel u.a.m. Die Zeitschrift hat sich aufgrund der Anregungen geändert: es gibt jetzt zwei Themenhefte pro Jahr und zwei "freie" Hefte. Für weitere Anregungen zeigen sich Verlag und Herausgeberkreis offen.

Aufgrund dieser Sachlage hat sich der Vorstand des DAGG entschieden, eine Befragung der Mitglieder zur Zeitschrift durchzuführen.
An dieser schriftlich durchgeführten Umfrage im Sommer 2008 nahmen 332 Mitglieder von 1006 teil (33 %).


Sektionszugehörigkeit der Antwortenden (Abb. 1)

Der überwiegende Teil der Befragten (65,5 %) wünscht den Fortbestand der Zeitschrift als Verbandszeitschrift. Hier sind allerdings gravierende Unterschiede zwischen den Sektionen erkennbar: vor allem die Sektionen "Analytische Gruppentherapie" und "Klinik und Praxis" machen diese Aussage. Gruppendynamiker und Psychodramatiker, für die es eine "eigene" Zeitschrift mit methodenspezifischer Ausrichtung gibt, sind eher für eine Aufkündigung der Kooperation.

Insgesamt würden aber nur 24,5 % der Antwortenden die Zeitschrift aktiv abonnieren, wenn sie nicht mehr als Verbandsservice geliefert würde. Auch hier gibt es gravierende Unterschiede zwischen den Sektionen: Mitglieder der Sektion "Analytische Gruppentherapie" würden immerhin zu 48 % die Zeitschrift selber abonnieren, während es bei der Sektion Gruppendynamik nur 7 % wären.
63 % der Antwortenden lesen die Zeitschrift manchmal bis häufig und 53,6 % sind ziemlich bis sehr zufrieden.


Wie regelmäßig lesen Sie die Zeitschrift "Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik" (Abb. 2)?


Wie zufrieden sind Sie mit der Verbandszeitschrift (Abb. 3)?

Von 108 Teilnehmern (32,6%) lagen Vorschläge zu Änderungen der Themenbereiche vor, weitere 66 Mitglieder machten Vorschläge bei der offenen Antwortmöglichkeit.

Die meisten Änderungswünsche beziehen sich darauf, einen größeren Themenkreis repräsentiert vorzufinden, sowie auf einen stärkeren Praxisbezug. Dies gilt für alle Sektionen.

Ein Abonnement wäre nach Angaben der Befragten attraktiver, wenn sich folgende Bereiche ändern würden (Abb. 4; Mehrfachnennungen möglich)

Als Themen gewünscht wurden in diesem Zusammenhang beispielsweise Kasuistiken, Beiträge zu Berufsrecht, Gutachtentätigkeit, Abrechnungsfragen. Diese Anregungen wurden häufig ergänzt durch den Vorschlag, diese Themen im Zusammenhang mit der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation zu diskutieren, im Kontext der veränderten Rolle der Gruppe in der modernen Gesellschaft. Eine dritte Gruppe von Nennungen unterstrich ein thematisch breit gestreutes Interesse an organisations- bzw. gruppendynamischen Themen.
Einzelne Nennungen betrafen den Umgang mit speziellen Zielgruppen wie z.B. die Behandlung chronisch kranker Patienten oder Suchtkranker, Kinder- und Jugendlicher oder spezielle Formate wie Großgruppenarbeit.
Eine klarere Struktur der Zeitschrift könnte beispielsweise durch eine Gliederung anhand der Aufteilung in Theorieartikel - Praxisartikel - Forschungsarbeiten erreicht werden. Dies könnte beispielsweise in Form regelmäßiger Sonderhefte mit Themen einer je ausgewählten Sektion geschehen. Es wurde auch vorgeschlagen, Verbands- und Sektionsnachrichten einen Raum in der Zeitschrift einzuräumen. Bei theoretischen Beiträgen sollte vorzugsweise der Zusammenhang mit ihrer praktischen Bedeutung herausgearbeitet sein.
Weitere Wünsche betreffen Buchbesprechungen, Hinweise auf Neuerscheinungen,
Darstellung internationaler Trends im Gruppenbereich, Fachbeiträge aus den Sektionen, intersektionelle, interdisziplinäre Projekte und fachliche Diskurse; Falldarstellungen zu schwierigen behandlungstechnischen Situationen und Verläufen in Gruppenbehandlungen.

Angesichts des weiten Spektrums der vorgeschlagenen Inhalte dürfte es nicht einfach sein, auf die Wünsche aller Befragten zufriedenstellend einzugehen. Die große Menge an konstruktiven Anregungen und kritischen Vorschlägen lässt jedoch bei der Mehrheit der Befragten auf ein substantielles Interesse an der Verbandszeitschrift schließen, welches nach einer Revision im Sinne der Befragungsergebnisse eher noch zunehmen dürfte.

 

(Auswertung der Freitextangaben unter Mitwirkung von metakontor - angewandte Sozialwissenschaften)