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Studientag "Gruppe" des DAGG in Koblenz, 2009 - Teilnehmerbericht und Auswertung
 


Sozial-Therapie macht Sinn!

 

Teilnehmerbericht

Am 30. Oktober 2009 veranstaltete der DAGG (Deutscher Arbeitskreis für Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik) einen Studientag zum Thema "Gruppe" an der Universität Koblenz-Landau. Die Arbeitsfelder des DAGG: analytische Gruppenpsychotherapie, Gruppendynamik, Psychodrama, psychodynamische, Sozialtherapie und psychosoziale Praxis, tiefenpsychologisch fundierte Gruppenpsychotherapie und intendierte dynamische Gruppenpsychotherapie wurden vorgestellt.

Nach einer kurzen Einleitung über die Organisation und Historie des DAGG durch die Vorsitzende Hella Gephart stellte Christian Schrapper, Professor am Institut für Pädagogik an der Universität Koblenz, die Entwicklung der Gruppenfähigkeit von der Affenhorde zu den Anforderungen durch die Anonymität in der modernen Gesellschaft und der Notwendigkeit der Identifikation in heutigen Gruppen dar. Die Erkenntnis: Nur durch Training und Erziehung lässt es sich in Gruppen leben und es muss ständig neugeordnet und umorientiert werden.

Anschließend hatten die Referenten der verschiedenen Bereiche des DAGG die Gelegenheit, ihre Arbeitsfelder vorzustellen. Deutlich wurde sofort, dass im weiteren Verlauf des Tages viel praktisch gearbeitet werden würde.

In der Gruppe von Regine Scholz, Tamara Anbeh und Harald Küster wurden verschiedene Ansätze der Gruppenpsychotherapie vorgestellt. Haraldr Küster, Vertreter der intendierten dynamischen Gruppenpsychotherapie, begann den praktischen Teil des Studientages mit einer Übung zur Raum- und Selbsterfahrung. Durch stilles Bewegen in unserem Seminarraum, stummes Begrüßen der anderen Seminarteilnehmer und Referenten entstand bei vielen das Gefühl einer ungewohnten, aber nicht unangenehmen Vertrautheit.

Im weiteren Verlauf führte Regine Scholz in die tiefenpsychologisch fundierte Gruppenpsychotherapie ein. Im Kreis sitzend wurde der Gruppe nahgelegt, über die Erfahrungen in der von Herrn Küster durchgeführten Übung zu sprechen, allerdings wurde es jedem selbst überlassen, was und jemand etwas sagen wollte. Hierbei wurde deutlich, dass bei vielen eine Vertrautheit entstanden war, obwohl die meisten Teilnehmer unserer Gruppe sich nicht kannten. Regine Scholz führte nur minimal durch diesen Teil der Gruppenpsychotherapie, gab kurze Anregungen über eventuelle Gesprächsthemen, ließ aber auch viel Stille zu.

Nach dem praktischen Teil wurden die Begründer der Gruppentherapie, die theoretischen Grundlagen und Anwendungsgebiete der vorgestellten Technik vorgestellt. Auch auf Gefahren der Methoden wurde hingewiesen.

Am Ende des Studientages haben sich alle Gruppen getroffen und ihre Erfahrungen in den Übungen und mit den unterschiedlichen Arbeitsweisen der verschiedenen Methoden besprochen und diskutiert. Die meisten Teilnehmenden waren von ihrer Arbeit sehr überzeugt, gerade wenn sie sich darauf eingelassen hatten.

Meine Erfahrung des Studientags war ähnlich. Weil ich mich den Ansätzen der Referenten geöffnet hatte und wirklich teilnehmen wollte, konnte ich einen guten Einblick in das therapeutische Arbeiten bekommen und darüber hinaus mich selbst besser kennenlernen. Auch für Interessenten, die nur wenig oder gar nichts mit Psychologie zu tun haben, war der Studientag eine gute und interessante Möglichkeit zur Weiterbildung, erfuhr ich von anderen Teilnehmenden.

Julian Müller

 

  Auswertung "Studientag Gruppe" 2009

Teilnehmerzahl insgesamt: 43; davon Teilnehmerinnen: 36 (83,7 %)
TeilnehmerInnen, aufgeschlüsselt nach Studierenden und Berufstätigen:
Studierende: 35 (81,4 %)
Berufstätige: 8 (18,6 %)

Studierende:
Psychologie: 7w / 2m; Dipl.-Päd. : 10w / 1m; Soziologie: 1w; Medizin 1w;
Ohne Angaben 10w / 2m
Erasmus Stipendiatin Bereich Soziale Arbeit 1 w

Berufstätige:
Psychol. Psychotherapeut 1w / 2m; Dipl. Pädagogik 2w; Doktorand Politikwiss. 1m
Lehrerende in Lehrerseminar 1w; Ohne Angabe 1w

Herkunft:
TU Darmstadt; Uni Duisburg/Essen; Uni Flensburg; Uni Frankfurt / M.;Frankfurt / M.;
Uni Freiburg; Fernuni Hagen; Uni Heidelberg; FH Köln; Köln; Uni Koblenz; Uni Mainz;
Uni Mannheim; Uni Münster; FH Nordhausen